Grusswort

Michael HengartnerGrusswortEditorialContraLegem201921011

Grusswort

Eine Festgabe ist etwas Besonderes: Sie ist traditionellerweise die gleichsam physisch fassbare Würdigung der Verdienste des Geehrten. Die vorliegende Festschrift hingegen erscheint als elektronische Open access Publikation – sie bricht also in gewissem Sinne mit einer akademischen Tradition. Dies ist jedoch nicht als Ausdruck einer geringeren Wertschätzung zu verstehen, im Gegenteil: Indem die Festgabe zu Ehren des 60. Geburtstags von Christian Schwarzenegger in einem zukunftsorientierten Format publiziert wird, würdigt sie Eigenschaften, die das Wirken des Jubilars an der Universität Zürich in besonderem Masse geprägt und ausgezeichnet haben.

Es sind dies – neben seiner ausgewiesenen Expertise als Jurist – die Affinität zu neuen Medien und Kommunikationstechnologien sowie sein grosses Interesse für die Digitalisierung in all ihren Facetten und Auswirkungen. Zu den grossen Forschungsthemen von Christian Schwarzenegger gehören denn auch seit Beginn seiner Laufbahn an der UZH das Internetstrafrecht sowie die Cyberkriminalität. Bis heute zählt er in diesen Gebieten zu den führenden Experten im deutschsprachigen Raum.

Die zukunftsgewandte, vielfältig interessierte Art prägt jedoch nicht nur Christians Tätigkeit als Forscher, sondern auch seine Arbeitsweise, zuerst als Dekan und nun als Prorektor. Davon kann ich mich regelmässig überzeugen, erlebe ich den Jubilar doch seit 2012 in verschiedenen Leitungsgremien. In dieser Zeit habe ich Christian Schwarzenegger ausserordentlich schätzen gelernt, sowohl als Wissenschaftler wie auch als Mensch. Seine juristischen Kenntnisse, seine Weitsicht und besonders seine sorgfältigen Risikoanalysen haben die Universitätsleitung mehrmals davor bewahrt, einen übereilten Entscheid zu fällen. «Geduld ist der Begleiter der Weisheit», so heisst es – durch Christian habe ich gelernt, dass daran sehr viel Wahres ist.

Was mich während unserer Zusammenarbeit immer wieder beeindruckt hat, ist sicherlich die Art und Weise, wie Christian Umsicht mit grosser Zielstrebigkeit kombiniert. Zusammen mit seinem beeindruckenden Scharfsinn haben sowohl seine Dynamik als auch die ihm eigene Sorgfalt dazu beigetragen, dass Christian verschiedene komplexe Geschäfte von gesamtuniversitärer Bedeutung erfolgreich vorantreiben konnte. Den Überblick – und seinen Humor – hat er dabei nie verloren.

Stellvertretend für seine zahlreichen Engagements zugunsten der UZH möchte ich an dieser Stelle lediglich ein aktuelles Grossprojekt nennen, bei dem die Universität vom Fachwissen und den persönlichen Qualitäten des Geehrten profitiert. Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung plant die UZH eine neue Hauptbibliothek, die nicht nur umfassende Print-Bestände, sondern auch neue Formen der digitalen Informationsbeschaffung bereitstellen soll. Das Vorprojekt «UZH-Bibliothek der Zukunft» war unter der Ägide von Christian Schwarzenegger lanciert worden und hat erfolgreich den Boden für das Hauptprojekt bereitet. Als Vorsitzender des Steuerungsausschusses wird Christian Schwarzenegger die Umsetzung des Grossvorhabens «Universitätsbibliothek UZH» weiterhin begleiten, was mich auch persönlich sehr freut. Ich bin überzeugt, dass es der UZH mit seiner Unterstützung gelingen wird, ihr Bibliothekswesen weiterzuentwickeln.

11 Als Jurist zeichnet sich der Jubilar nicht nur durch Differenziertheit, sondern auch durch argumentative Stärke und Klarheit aus. Daneben versteht es Christian in besonderem Masse, zwischen unterschiedlichen Interessen zu vermitteln und gemeinsam mit allen Beteiligten konstruktive und zugleich pragmatische Lösungen zu finden. Dabei hilft dem Jubilar bestimmt auch seine Erfahrung mit unterschiedlichen (Fach-) Kulturen, die er während seiner akademischen Karriere unter anderem in Japan sammeln konnte. Die japanische Kultur hat Christian Schwarzenegger über das Akademische hinaus geprägt: Seine Vorliebe für japanischen Tee ist allgemein bekannt, ebenso sein Faible für die japanische Küche. Erst kürzlich habe ich erfahren, dass Christian die fernöstlichen Spezialitäten als passionierter Koch auch selbst zubereitet.

Christian Schwarzeneggers Weltgewandtheit und seine Affinität zum fernen Osten kommen auch der UZH insgesamt sehr zugute. Mit grossem persönlichem Engagement treibt der Jubilar die Weiterentwicklung der Internationalisierungsstrategie der UZH voran. Namentlich die fruchtbaren Beziehungen zu mehreren Universitäten in Asien zeugen von seinem Einsatz und von seinem Erfolg.

An dieser Stelle möchte ich dem Geehrten im Namen der Universitätsleitung und auch persönlich danken – für sein langjähriges, unermüdliches Engagement zugunsten der UZH sowie auch für seine herausragenden Leistungen als Forscher, Dozent und Mitglied der Universitätsleitung. Es würde den Rahmen dieses Grusswortes sprengen, sie alle im Detail zu würdigen. Daher nur soviel: Die positive Entwicklung der Universität Zürich in den letzten Jahren ist zu wesentlichen Teilen auch das Verdienst von Christian Schwarzenegger.

Lieber Christian, es ist toll, dich in unserem Team zu haben! Zu deinem runden Geburtstag, genauer gesagt zu deinem KANREKI, gratuliere ich dir herzlich. In der ostasiatischen Kultur markiert der 60. Geburtstag den Beginn eines neuen Lebenszyklus. Eine «Wiedergeburt», die in Japan traditionellerweise mit dem Tragen von roten Kleidern – der Farbe der Babys – zelebriert wird.

In diesem Sinne wünsche ich dir für die nächsten 60 Jahre beruflich wie auch privat weiterhin viel Erfolg. Und natürlich hoffe ich, dass die UZH und die Universitätsleitung trotz dieses Neuanfangs noch einige weitere Jahre auf dich zählen dürfen. Eine rote UZH-Krawatte hätte ich auf jeden Fall noch auf Vorrat.

Michael Hengartner

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von Michael Hengartner
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Chefredaktion

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Redaktion

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